• Wabi Sabi by Anne

Auch unser Körper mag Ferien: Intermittierendes Fasten.


Auch unser Metabolismus wünscht sich ab und zu Ruhepausen, in denen es nicht arbeiten muss, um Nahrung zu verdauen. Pausen, in welchen unser Körper Aufräumarbeiten erledigen kann. Pausen, in denen unser Körper gespeichertes Fett verbrauchen kann. Pausen, wie wir sie am Wochenende machen. Wenn wir endlich mal Zeit haben, Sachen zu erledigen wofür wir unter der Woche keine Zeit haben.

Fasten ist vermutlich der älteste Einfluss von Menschen auf ihre Ernährung. Es wurde von Weisen aller Zeiten empfohlen: Hippokrates, Benjamin Franklin, Gandhi, Mohammed. Und sowieso von jeder Religion. Früher hat man nur ab und zu ein Mammut erlegt und zwischendurch ass man einfach nichts. Weil es nichts gab. Und auch unsere näheren Vorfahren konsumierten im Winter weniger. Erzwungenermaßen. War sozusagen Fasten ohne es zu wollen. Ganz natürlich.

Dem Körper kann man auf unterschiedlichen Weisen eine kurze Auszeit gönnen:

Man kann jährlich eine ganze Woche nichts essen. Oder ab und zu 24 Std. auf das Essen verzichten. Oder immer wieder 36 Std. nichts zu sich nehmen. Gefällt mir alles nicht besonders. Kann mir nicht vorstellen, dass das ohne unangenehmes Hungergefühl geht.

Im Alltag am besten integrierbar (und dies ist auch das was ich mache): Jeden Tag während 16 Std. nichts essen. Von dieser Zeit verbringt man die Hälfte eh am Schlafen und merkt also nichts von der Pause. Und am Anfang der Pause hat man gerade gegessen und ist sowieso satt; stellte sich als einfacher heraus als ich anfangs gedacht hätte. Und, grosse Überraschung: ich war voller Energie. Sogar ein morgendlicher Kaffee oder Tee ist erlaubt, jedoch ohne jegliche Milch oder Sahne, denn auch diese wollen verdaut werden und unterbrechen das Fasten.

Vorteile:

  • das Gewicht, das man verliert, ist Fett (und nicht Wasser oder Muskeln!)

  • es erhöht die Blutzufuhr zu problematischen Zonen mit hartnäckigem Fettgewebe. Man verliert also vor allem Fett dort, wo man es zuerst möchte

  • Es kann zu einer Zunahme und Grösse der Mitochondrien führen, was allerlei positive Konsequenzen für unsere Gesundheit hat, siehe Mitochondrienblog.

  • Blutfettwerte (Cholesterinwerte und dergleichen) verbessern sich

  • Der Insulinspiegel bleibt niedrig (während der Zeit ohne Nahrungsaufnahme)

  • Nüchtern- (= vor dem Frühstück) Blutzucker- und Insulinwerte sind besser

  • Insulinresistenz verbessert sich

  • mit Intervallfasten steigen Konzentration und mentale Klarheit

  • man fühlt sich energiegeladener

  • es hilft unserem Körper, das natürliche Hungergefühl wieder zu finden

  • man braucht keine Kalorien zu zählen: nach 12 Stunden beginnt der Körper sein eigenes Fett zu verbrennen, egal wie viele Kalorien man zu sich genommen hat

  • verminderte Entzündungsreaktionen in den Zellen

  • noch wenig Studien beim Menschen, jedoch klare Anzeichen: die Lebenserwartung scheint zu steigen und das Auftreten von Alzheimer wird herabgesetzt

Bemerkungen:

  • Selbst Sportler haben während dem Ramadan-Fasten keine Einbussen (dauert immerhin einen ganzen Monat, in dem man tagsüber nichts isst.

  • Gewohnheiten sollen in den Alltag passen. Sich an 5-6 Mahlzeiten mengenmässig zurückhalten zu müssen (weil man abnehmen möchte) ist sogar schwieriger als das Frühstück zu überspringen und somit 16 Stunden lang nichts zu essen.

  • Es ist wichtig, auch wenn man Gewicht verlieren will, ausreichend Kalorien zu sich zu nehmen, weil sonst der Grundumsatz* sinkt (und der bei Diäten üblichen Jojo Effekt auftreten könnte). Der Gewichtsverlust stellt sich auch dann ein. Ein guter Gradmesser ist es, wenn man am Ende einer Fastenphase kräftigen Hunger verspürt und nach einer ausgewogenen Mahlzeit ein anhaltendes Sättigungsgefühl hat. Dann machst du es von den Mengen her richtig. * https://www.bmi-rechner.net/grundumsatz.htm

  • Fasten bedeutet nicht verhungern!

Top Tipps für das intermittierende Fasten:

  • trink reichlich Wasser

  • überbrücke Gelüste nach Geschmack mit Kaffee oder Tee (ohne jeglichen Zusatz!)

  • sag niemandem etwas, der voraussichtlich dein Vorhaben nicht unterstützen und die Idee nur als Blödsinn abtun würde

  • gib dir einen Monat Zeit und entscheide dann, ob du weiterfahren willst. (fühlt man sich besser, ist der Entscheid einfach. Und sonst lassen)

  • esse ganz besonders in dieser Zeit möglichst wenig Kohlenhydrate. Oder ernähre dich sogar ketogen. Dann treten ziemlich sicher keine Hungerattacken auf

  • und wie immer: für Fragen bin ich gerne für dich da!

Quintessenz:

Dein Körper freut sich auch, wenn du "lediglich" 13 Stunden Pause machst. Jede Minute über 12 Stunden zählt!

Quellen:

  • Dr Jason Fung

  • Dr. Naiman

  • Dr. Andreas Eenfeldt

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anne.haegler(at)bluewin.ch

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Anne Hägler

Langgasse 67

8400 Winterthur

Ernährungsexpertin

Geniesserin

Lebenskünstlerin

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