• Wabi Sabi by Anne

Ist heute wirklich alles besser ?


Die Tatsache, dass ein Teller mit gesundem Essen sich durch unterschiedliche Farben auszeichnet, ist ein gutes Beispiel für eine Volksweisheit, die von der Wissenschaft bestätigt wurde. Beim Gemüse zeigen die Farben an, welche antioxidativen Pflanzenhilfsstoffe sie enthalten. Viele dieser Substanzen tragen zum Schutz vor Krankheiten bei, jede auf eine andere Art.

  • -> Iss bunt und somit vielfältig.

Je mehr verschiedene biologische Arten du zu dir nimmst, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese den Bedarf an den meisten Nährstoffen abzudecken vermögen. Die schwindelerregende Vielfalt der in einem Supermarkt angebotenen Lebensmittel täuscht, denn viele sind lediglich aus einer Handvoll Pflanzenarten hergestellt, von denen wiederum die meisten Samen und keine Blätter sind.

  • -> Es ist eine gute Idee, deinen Speiseplan um ein paar biologische Arten zu ergänzen, die dir noch nicht vertraut sind (unbekannte Pflanzen (Algen!), Tiere (Innereien!) und Pilze (Shitake!))

Bio bedeutet nicht unbedingt gesund. Bio Limonade ist immer noch Limonade und enthält jede Menge Zucker und Kalorien ohne Nährstoffe.

Und nach tagelangem Lkw Transport nimmt der Nährstoffgehalt ab, auch bei Bio Obst und Gemüse.

Jedoch: die Wahrscheinlichkeit, Lebensmittel ohne Rückstände von synthetischen Pestiziden oder Pharmazeutika, aber mit einem höheren Gehalt an Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen zu essen, ist bei Bio Lebensmitteln grösser. Nicht sicher, aber wahrscheinlich.

  • -> Iss möglichst viele Lebensmittel, die biologisch UND lokal erzeugt wurden.

Die „domestizierten“ Nahrungspflanzen sind oft süsser - hat der Mensch halt lieber - als die wilde Version. Viele sekundäre Pflanzenstoffe sind eben bitter. Und gesund! Die Zuchtpflanzen enthalten meist weniger Omega-3 Fettsäuren, denn diese oxidieren rasch und das hat die Industrie nicht so gern (!).

Jedoch: genau diese ursprünglichen Pflanzen sind besonders reich an gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen. Schade eigentlich, dass wir diese kaum noch auf unserem Speiseplan haben.

Übrigens: in einigen der gesündesten traditionellen Ernährungsformen, wie zum Beispiel die Mittelmeerkost, werden häufig wildwachsende Grünpflanzen verwendet. Dies gibt mir zu denken...

  • -> Iss möglichst vieles, was wild wächst und lebt

Egal, ob Suppen, Müsli oder Limonaden: Ess-und Trinkbares, das industriell zubereitet wurde, ist mit sehr viel mehr Salz und Zucker versetzt, als ein normaler Mensch oder selbst ein Kind in dieses hineinrühren würde.

Wenn du solche Gerichte selbst süsst und salzt, sind sie genauso süss oder salzig, wie es deinem persönlichen Geschmack entspricht. Du wirst feststellen, dass du nur einen Bruchteil von dem Zucker oder Salz konsumierst, den du sonst zu dir nehmen würdest.

  • -> Süsse und salze dein Essen selbst

In der Natur ist Süsses fast immer in Ballaststoffen verpackt, was ihre Aufnahme verlangsamt und ein Sättigungsgefühl auslöst, bevor zu viel Kalorien und Zucker in sich hineingespachtelt werden.

  • -> Obst essen und nicht als Saft trinken (Kalorien, die in flüssiger Form eingenommen werden, machen generell dicker, weil sie uns kein Sättigungsgefühl vermitteln. Übrigens: wir Menschen gehören zu den ganz wenigen Säugetierarten, die nach der Stillzeit noch Kalorien als Flüssigkeiten beziehen)

Die mit Weissmehl einhergehenden gesundheitlichen Risiken sind seit vielen Jahren bekannt. Für den Körper besteht zwischen Weissmehl und Zucker kein grosser Unterschied. Ohne Zusatzstoffe bietet Weissmehl auch keine der Vorteile (Ballaststoffe, Vitamine, gesunde Fette) von Vollkorngetreide und ist kaum mehr als ein Schuss Glukose. Kurzzeitig hohe Glukosespitzen fördern übrigens Entzündungen und wirken sich verheerend auf unseren Insulinstoffwechsel aus.

  • -> Wenn schon Getreide, iss Vollkornprodukte (und nicht Weissmehl)

Es ist dagegen nichts einzuwenden, dass du ab und zu Süssigkeiten und Frittiertes isst oder eine Limo trinkst. Der Punkt Ist: die Lebensmittelhersteller haben diese, früher teuren und schwer herzustellenden Leckereien billig und leicht erhältlich gemacht, sodass wir sie jeden Tag konsumieren (können). Die Pommes mutierten erst dann zu einer beliebten Beilage (Mahlzeit!), als die Industrie das Waschen, Schälen, Kleinschneiden und Frittieren der Kartoffeln wie auch das anschliessende Aufräumen übernahm.

Wenn du alles was du isst, selbst zubereitest, würden gewisse Mahlzeiten ganz natürlich wesentlich seltener auf den Tisch kommen. Dasselbe gilt übrigens für Chips, Kuchen, Kekse und Eiscreme. Und es fällt dir bestimmt noch anderes ein...

  • -> Geniesse Leckereien so oft, wie du auch bereit bist, diese selbst zuzubereiten. Wahrscheinlich wird es dann automatisch nicht jeden Tag sein.

Quelle

Michael Pollan, „Grundregeln Essen“

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anne.haegler(at)bluewin.ch

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Anne Hägler

Langgasse 67

8400 Winterthur

Ernährungsexpertin

Geniesserin

Lebenskünstlerin

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